Zwischen Befund und Material
Sie versorgen Tag für Tag unterschiedlichste Defekte und wählen für jeden Zahn den Weg, der zur Situation und ihrem Patienten passt. Kein Behandlungstag gleicht dem anderen.
Nicht jeder Befund führt dabei direkt zur Füllung. An kariesfreien, aber gefährdeten Fissuren setzen Sie früh an, zum Beispiel mit einer Fissurenversiegelung, bevor überhaupt ein Defekt entsteht. Wird später dennoch eine Füllung erforderlich, beginnt die nächste Entscheidung: die Wahl des geeigneten Materials.
Bekannte Materialien und neue Möglichkeiten
Spätestens seit dem Amalgamverbot in der EU stehen Komposit und Glasionomerzement im Mittelpunkt der Füllungstherapie. Welches passt, ergibt sich weniger aus dem Material selbst als aus den Bedingungen am Stuhl.
Dentalamalgam galt lange als robust und unkompliziert in der Anwendung, auch ohne perfekte Trockenlegung. Die natürliche Zahnfarbe traf Amalgam allerdings nicht, und mit dem EU-weiten Verbot ist es aus der Versorgung verschwunden. Was Amalgam ausmachte, bleibt ein nützlicher Maßstab: mechanisch belastbar und tolerant gegenüber den Bedingungen am Stuhl. Daran lassen sich die heutigen Materialien messen.
Komposit überzeugt bei der Farbanpassung und fügt sich der natürlichen Zahnfarbe ein. Dafür ist die Behandlung technik- und feuchtigkeitssensibel. Eine zuverlässige Trockenlegung, die Notwendigkeit eines Adhäsivsystems und die Lichthärtung kosten Zeit, und genau diese Bedingungen lassen sich nicht in jeder Situation herstellen.
Glasionomerzemente wie DeltaFil gehen einen anderen Weg. Er haftet selbstadhäsiv, toleriert Feuchtigkeit und gibt dabei sogar Fluorid an die Zahnhartsubstanz ab. Das macht ihn dort stark, wo eine absolute Trockenlegung schwerfällt und es schnell und schonend gehen soll.
Bei Kindern, ängstlichen oder unruhigen Patienten zählt jede Vereinfachung. Dann entscheidet oft, wie wenige Schritte ein Material braucht und wie gut es Kontamination verzeiht. Auch die Wirtschaftlichkeit spielt mit hinein. Ein Material, das ohne zusätzliche Adhäsivschritte auskommt, kann einen wirtschaftlichen Vorteil bieten, ohne dass die Versorgung an Qualität verliert.
Die Frage ist also weniger, welches Material das Beste ist, als vielmehr, welches zu den Bedingungen der Behandlung passt. Und genau hier lohnt der zweite Blick auf den Glasionomerzement.
DeltaFil: vom Glasionomerzement zur Praxislösung
Wenn Sie sich für einen Glasionomerzement entscheiden, lohnt der genaue Blick auf einen Punkt, der herkömmliche Vertreter unterscheidet: die mechanische Belastbarkeit. Unter Kaubelastung können Risse entstehen und sich in der Matrix ausbreiten, dazu kommt eine höhere Abrasion.1,2
Genau hier macht der Glasionomerzement DeltaFil mit der patentierten Elastomerische-Mizellen-Technologie den Unterschied. Die Mizellen sind elastische Nanostrukturen, fest in die sonst spröde Zementmatrix eingebunden. Die Partikel tragen durch die plastische Verformung bei Kaubelastung zu einer Energiedissipation im Bereich der Rissspitze bei und verlangsamen damit die Rissausbreitung. Für Ihre Versorgung heißt das eine höhere Bruchzähigkeit und Biegefestigkeit, also mehr Stabilität unter wiederkehrender Kaubelastung. Die Oberfläche nutzt sich langsamer ab und hält ihre Form über die Zeit.2 Auf zusätzliche Harzbestandteile verzichtet DeltaFil bei ihrem Glasionomerzement bewusst und bleibt dadurch biokompatibel, was gerade bei jungen und empfindlichen Patienten zählt.
DeltaFil hat dabei nicht nur den Anspruch, Kavitäten zu füllen, es geht darüber hinaus. Über die Fluoridfreisetzung unterstützt es die Remineralisation der Zahnhartsubstanz und damit die Sekundärkariesprävention.3
Diese Eigenschaften tragen über die Lebensphasen hinweg: bei Kindern, Erwachsenen und Senioren, bei vulnerablen Patienten und in der Versorgung von Zähnen mit Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation. Hinzu kommt ein zeiteffizienter Behandlungsablauf, der ohne absolute Trockenlegung, ohne Schichten und ohne Lichthärtung auskommt.
Sie möchten wissen, wie sich das in einen ruhigen, effizienten Ablauf am Stuhl übersetzt? Dann sprechen Sie uns an, gemeinsam finden wir das passende Setup.
Quellen
1. Lohbauer U et al. Materials. 2010; 3: 76–96.
2. Messer-Hannemann P et al. Materials. 2022; 15: 5440.
3. Cowen M et al. Dental Advisor. 2022; 156.