Fissurenversiegelung: Wann Prävention besonders wichtig ist

Die Fissurenversiegelung schützt die Kauflächen der Seitenzähne und unterstützt die Kariesprävention. Besonders wichtig wird sie bei Kindern und vulnerablen Patienten. Bei Kreidezähnen (MIH) zum Beispiel erhöht poröser, weniger widerstandsfähiger Schmelz das Kariesrisiko. Lesen Sie, wie Sie Prävention und Versorgung sinnvoll verbinden.

Warum Fissuren besonders kariesanfällig sind

Tiefe und enge Fissuren der Seitenzähne lassen sich mit der täglichen Mundhygiene nur schwer reinigen, sodass sich dort bevorzugt Plaque sammelt. Bei Kindern gelten die Fissuren der durchbrechenden und gerade durchgebrochenen Molaren als kariesgefährdete Prädilektionsstellen.1 Hinzu kommt, dass eine eingeschränkte Kooperationsfähigkeit das Zähneputzen und die Behandlung erschwert, sei es beim häuslichen Zähneputzen oder beim Stillhalten in der Praxis. Bei entwicklungsbedingten Schmelzopazitäten wie Kreidezähnen (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH)) tragen die höhere Porosität und der weniger widerstandsfähige Schmelz zum Risiko bei. Das gilt besonders im stärker belasteten Seitenzahnbereich, etwa für post-eruptiven Schmelzverlust und Kariesläsionen.2 Hypersensibilitäten können zudem die Mundhygiene erschweren und das Kariesrisiko weiter erhöhen.3 Auch weitere vulnerable Gruppen sind betroffen, etwa Senioren oder pflegebedürftige Patienten, die bei der häuslichen Mundhygiene auf Unterstützung angewiesen sein können.

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Wann Fissurenversiegelung sinnvoll ist

Die klassische Fissurenversiegelung ist eine etablierte, nicht-invasive Präventionsmaßnahme. Bei vollständig durchgebrochenen Molaren ist der resinbasierte Fissurenversiegler die Erstlinie, um Karies und post-eruptivem Substanzverlust vorzubeugen. Die Anwendung mit einem Adhäsiv erhöht die Retention.3 

Sinnvoll wird eine Fissurenversiegelung zum Beispiel:

  • bei erhöhtem Kariesrisiko
  • bei erschwerter Mundhygiene
  • bei noch nicht vollständig eruptierten Molaren
  • bei Kreidezähnen (MIH)
  • bei vulnerablen Patienten

Im Würzburger MIH-Konzept ist die Sealing-Therapie fester Bestandteil des Therapieplans bei MIH.4 Bei hohem Kariesrisiko und noch nicht vollständigem Durchbruch des Molaren sieht das Würzburger MIH-Konzept eine vorübergehende Fissurenversiegelung mit einem niedrigviskösen Material vor.4 Bei Kreidezähnen ohne Substanzdefekt und ohne Hypersensibilität gilt die Sealing-Therapie als Methode der Wahl.

Beim Material zur Fissurenversiegelung kommen kunststoffbasierte Versiegler zum Einsatz, bei erschwerten Bedingungen auch Glasionomerzemente.4

Der Ablauf einer Fissurenversiegelung folgt einem klaren Schema:

  1. Fissur reinigen
  2. Schmelz konditionieren
  3. Versiegler einbringen 

So haben Sie ihre Patienten über alle Lebensphasen bis ins Erwachsenenalter alle im Blick. Doch Prävention gelingt nicht jedes Mal unter Idealbedingungen.

Von der Versiegelung zur erweiterten Fissurenversiegelung
Solange die Fissur kariesfrei ist, sichert die klassische Fissurenversiegelung den Zahn substanzerhaltend.3 Zeigt sich in der Fissur bereits eine initiale Läsion, verschiebt sich der Befund. Sie entfernen das betroffene Gewebe, eröffnen die Fissur dafür minimal und versiegeln den Bereich. Aus der Prävention wird so eine erweiterte Fissurenversiegelung, der erste restaurative Schritt.
Dieser Schritt stellt zwei Anforderungen an das Material: Es soll den eröffneten Bereich zuverlässig füllen und sich unter den oft erschwerten Bedingungen im Seitenzahnbereich verarbeiten lassen. Genau hier setzen Sie mit DeltaFil an.
 

Realität der Patientenbehandlung

Im Praxisalltag treffen Sie regelmäßig auf Situationen, die das kontrollierte Arbeiten erschweren. Dazu zählen eingeschränkte Kooperationsfähigkeit, schwer kontrollierbare Feuchtigkeit, Hypersensibilität, eingeschränkte Zugänglichkeit und kurze Behandlungssituationen. Der Zugang im Seitenzahnbereich ist anatomisch begrenzt, und die Feuchtigkeitskontrolle fällt deutlich schwerer.2 Hinzu kommt: Am hypomineralisierten Schmelz kann die Retention von Versieglern durch die verringerte Haftung beeinträchtigt sein.

Was ist, wenn die Fissurenversiegelung nicht ausreicht? Welche Materialien unterstützen unter solchen Bedingungen?
 

Wenn Prävention und Versorgung ineinandergreifen

Das selbstadhäsive DeltaFil Glasionomer-Füllungsmaterial lässt sich zur erweiterten Fissurenversiegelung sowie als Unterfüllung oder Liner einsetzen. Für permanente Restaurationen eignet es sich zudem für die Klassen I, II* und V sowie für die Sandwich-Technik. Vom ersten restaurativen Schritt bis zur permanenten Versorgung bleiben Sie bei einem Material.

Die Eigenschaften von DeltaFil passen zu den genannten Herausforderungen. Die hohe Feuchtigkeitstoleranz unterstützt Anwendungen unter erschwerten Isolationsbedingungen. Das selbstadhäsive Material ermöglicht auch bei eingeschränkter Zugänglichkeit einen zuverlässigen Einsatz. Die Bulkanwendung ohne Schichten und ohne Lichthärtung verkürzt Behandlungsschritte und unterstützt kurze Behandlungszeiten. Durch die Fluoridfreisetzung fördert DeltaFil die Remineralisierung der Zahnhartsubstanz und unterstützt so eine Sekundärkariesprävention. Durch die Monomerfreiheit ist das Material biokompatibel.

Die patentierte Elastomerische-Mizellen-Technologie erhöht die mechanische Stabilität von DeltaFil, und das Material lässt sich zeiteffizient handhaben.

Gut gefüllt. Gut gefühlt. Wenn Prävention und Versorgung ineinandergreifen.

Möchten Sie DeltaFil für Ihren Praxisalltag kennenlernen? Entdecken Sie das DeltaFil Glasionomer-Füllungsmaterial auf der Produktseite. Sprechen Sie uns an, gemeinsam finden wir die Anwendung, die zu Ihren Abläufen passt.
 

Quellen:

1. S3-Leitlinie Kariesprävention bei bleibenden Zähnen, 2025 Jan.
2. Marouane O et al. Int J Paediatr Dent. 2025;
3. Lygidakis NA et al. Eur Arch Paediatr Dent. 2021; 23: 3–21.
4. Bekes K et al. Eur Arch Paediatr Dent. 2023; 24: 807–13.
5. Weber KR et al. Swiss Dent J SSO. 2021; 131: 988–97.
6. Lagarde M et al. Int J Paediatr Dent. 2020; 30: 405–20.
7. Cowen M et al. Dental Advisor. 2022; 156.