Die Behandlung von Kindern bringt große Verantwortung mit sich. Neben hypersensiblen Zähnen, die nicht nur empfindlich, sondern auch schmerzhaft sein können, sind Ihre kleinen Patienten mit Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) durch die fleckigen Frontzähne verunsichert.1,2 Für eine weitestgehend substanzerhaltende Behandlung ist gerade im Kindesalter eine möglichst minimal-invasive Behandlungsstrategie entscheidend. Ein Blick auf die Evidenz und Studienlage verrät: Bei einem Bleaching im Rahmen der MIH-Behandlung geht es nicht um eine ästhetische Aufhellung aller Zähne, sondern um eine gezielte, substanzschonende Behandlung der betroffenen Bereiche als Teil der medizinischen Versorgung.
Die Studienergebnisse auf einen Blick:1
„To bleach or not to bleach? – The Role of Bleaching in the Clinical Workflow for the Treatment of Demarcated Opacities in Anterior Teeth“, Linda Greenwall et al., 2025
- Die Behandlung von MIH-bedingten Frontzahnopazitäten sollte einem stufenweisen, minimal-invasiven klinischen Workflow folgen.
- Ein Bleaching stellt den ersten empfohlenen, nicht-invasiven Behandlungsschritt dar, insbesondere in Form eines niedrig konzentrierten Home-Bleachings mit 5 % oder 10 % Carbamidperoxid (CP).
- Das Bleaching reduziert den erhöhten Anteil an Proteinen, der die Verfärbungen in den Defekten verursacht und konditioniert somit die Läsion gezielt für weiterführende Maßnahmen.
- Der anschließende Infiltrationsprozess ermöglicht die Maskierung und stabilisiert die poröse Zahnhartsubstanz.
- Die Kombination aus Bleaching und Infiltration führt zu einer signifikanten Verbesserung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen mit MIH.
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MIH ganzheitlich behandeln: Ein Blick auf die Evidenz
Vor dem Hintergrund, eine möglichst substanzschonende Behandlungsmethode bei MIH auszuwählen, wird der Einsatz von Bleaching bei Kindern im klinischen Alltag häufig kritisch hinterfragt. Es stellt sich die Frage nach der medizinischen Vertretbarkeit ästhetisch motivierter Maßnahmen im Kindesalter. Die Anwendung des Flairesse Bleaching Gels (5 % / 10 % CP) ist im Rahmen der MIH-Behandlung mit Icon Vestibular allerdings keine ästhetische Maßnahme sondern als Medizinprodukt Teil der medizinischen Behandlung: Zahlreiche Studien bestätigen, dass MIH, insbesondere bei Beteiligung der Frontzähne, die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität von Kindern erheblich beeinträchtigen kann und die Auswirkungen der sichtbaren Schmelzopazitäten damit weit über rein ästhetische Faktoren hinausgehen.2 Betroffene Kinder berichten häufiger über Scham, Verunsicherung und ein vermindertes Selbstwertgefühl, was sich negativ auf ihr soziales Verhalten und ihr allgemeines Wohlbefinden auswirken kann.1,2
To bleach or not to bleach? Die Studienlage zeigt – Niedrig konzentriertes Bleaching ist im Rahmen einer MIH-Behandlung nicht kosmetisch motiviert, sondern maßgeblich für eine medizinisch ganzheitliche Versorgung von MIH an den Frontzähnen.1
Gezielt kombinieren: Das durchdachte MIH-Behandlungs-Konzept
Mit dem MIH-Behandlungs-Konzept bestehend aus dem Flairesse Bleaching Gel (5 % / 10 % CP), der 3D-gedruckten DentaMile Bleaching-Schiene und Icon Vestibular können Sie Frontzähne mit MIH minimal-invasiv und ganzheitlich behandeln.
Hierbei spielt das Bleaching als nicht-invasiver Behandlungsschritt eine entscheidende Rolle.1 Bleaching Gele enthalten oxidierende Wirkstoffe wie Wasserstoff- oder Carbamidperoxid und werden eingesetzt, um innere und äußere Zahnverfärbungen zu reduzieren.3 Bei MIH stehen diese Opazitäten in Zusammenhang mit einem erhöhten Proteingehalt im betroffenen Schmelz, welche durch das Bleaching gezielt behandelt werden sollen.4,5 Ziel ist es, die sichtbaren Verfärbungen zu verringern, erhöhte Proteinanteile innerhalb der Läsion zu reduzieren und den Zahn dadurch optimal auf die anschließende Infiltration vorzubereiten.1,3,6 Durch die Kombination aus Bleaching und Infiltration kann die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität sowie das Wohlbefinden betroffener Kinder spürbar verbessert werden.1,7–9
Home-Bleaching: Niedrige Konzentration und flexible Anwendung
Die niedrige Konzentration des CPs (5 % oder 10 %) und das Auftragen in einer Bleaching-Schiene (zum Beispiel in der 3D-gedruckten DentaMile Bleaching-Schiene) ermöglichen, dass die Dauer und Ausführung des Bleaching-Prozesses individuell an Ihre Patienten angepasst und auch auf auftretende Hypersensibilitäten reagiert werden kann: Sollte es zu Schmerzen und erhöhter Sensibilität kommen, kann die tägliche Tragezeit der Bleaching-Schiene verkürzt oder pausiert werden.1 Dadurch kann auch bei sensiblen Zähnen eine möglichst substanzschonende Behandlung erzielt werden.1 Im Vergleich zu gängigen und meist höher konzentrierten Bleaching-Methoden ist durch das Home-Bleaching eine sanfte Farbaufhellung möglich, welche für hypersensible Zähne geeignet ist.1
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Überzeugende Ergebnisse durch die Kombination von Bleaching und Infiltration
Die Ergebnisse nach Ihrer ganzheitlichen MIH-Behandlung können sich sehen lassen. To bleach or not to bleach? Das ist keine Frage mehr. Die Kombination der Infiltrationsbehandlung mit einem Home-Bleaching sorgt für einen sichtbar verbesserten Maskierungseffekt an den Frontzähnen.1
Darüber hinaus zeigen aktuelle Ergebnisse weitere Effekte des Bleachings, die über die alleinige Reduktion der erhöhten organischen Anteile in den MIH-Läsionen und der damit einhergehenden farblichen Anpassung an den gesunden Schmelz hinausgehen können. Studien berichten über eine mögliche Verringerung von Zahnfleischblutungen, die vermutlich auf eine reduzierte Plaqueansammlung am Zahnfleischrand infolge des Bleachings zurückzuführen ist.10,11 Zusätzlich wird durch die Infiltration die Zahnhartsubstanz langfristig stabilisiert und die natürliche Zahnsubstanz bestmöglich erhalten.1,12 Die damit verbundenen positiven Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden, können das Selbstbewusstsein Ihrer Patienten verbessern und zusätzlich für eine bessere Mundhygiene sorgen.1
Quellen
1. Greenwall L et al. J Esthet Restor Dent. 2025; 1–9.
2. Joshi T et al. Clin Oral Investig. 2022; 26: 1753–9.
3. Effenberger S et al. ZMK. 2024; 40: 502–8.
4. Farah RA et al. J Dent. 2010; 38: 591–6.
5. Eric J et al. J Dent. 2025; 156.
6. Schoppmeier CM et al. J Dent. 2018; 79: 77–84.
7. Hasmun N et al. J Dent. 2018; 6.
8. Hasmun N et al. J Dent. 2020; 98.
9. Athayde G dos S et al. J Dent. 2022; 123.
10. Sanz‐Sánchez I et al. Int J Dent Hyg. 2019; 17: 117–29.>
11. Greenwall-Cohen J et al. Dent Update. 2017; 44: 863–9.>
12. Nogueira VKC et al. J Dent. 2021; 105.